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Silvacor-Ziegel: Vorteile der Holzfaserfüllung im Neubau

Silvacor Ziegel

Silvacor-Ziegel sind Mauerziegel aus gebranntem Ton, deren Hohlkammern mit Nadelholzfasern gefüllt sind. Sie verbinden die tragende Funktion des Ziegels mit einer integrierten Wärmedämmung. Je nach Wandaufbau und energetischer Planung lassen sich damit Außenwände ohne zusätzliche außenliegende Dämmschicht errichten. 

Wer eine Neubauwohnung kauft, achtet meist zuerst auf Lage, Grundriss und Ausstattung. Doch auch die Außenwände sind einen genaueren Blick wert: Sie tragen zum Wärmeschutz und zum Schallschutz des Gebäudes bei. Was zeichnet Silvacor-Ziegel aus? Welche Vorteile bietet die Holzfaserfüllung? Und welche Bedeutung hat der Baustoff für Bewohner und Kapitalanleger? Das erfahren Sie in diesem Artikel.  

Was sind Silvacor-Ziegel? 

„Silva“ ist das lateinische Wort für Wald, „Cor“ steht für Herz. Damit beschreibt der Name ziemlich genau, was den Mauerstein ausmacht: In seinem Inneren steckt Holz.

Von außen ähnelt ein Silvacor-Ziegel einem klassischen Hochlochziegel aus gebranntem Ton, wie er seit Jahrzehnten im Massivbau verwendet wird. Das Besondere liegt in den Kammern im Inneren: Sie sind mit feinen Nadelholzfasern gefüllt. So verbindet der Stein die tragende Funktion des Ziegels mit den dämmenden Eigenschaften der Holzfasern. Deshalb spricht man auch von einem Ziegel-Holz-Hybrid. 

Weil die Dämmung bereits im Stein steckt, lassen sich damit einschalige Außenwände errichten, die je nach Wandstärke und energetischer Planung ohne zusätzliche außenliegende Dämmschicht auskommen. Fachleute sprechen hierbei von einer monolithischen Bauweise. Innen- und Außenputz ergänzen den Wandaufbau. 

Entwickelt wurde Silvacor von UNIPOR-Gruppe. Die Ziegel gibt es in unterschiedlichen Ausführungen für verschiedene Anforderungen an Tragfähigkeit und Wärmeschutz. Für den UNIPOR W07 Silvacor liegt beispielsweise eine bauaufsichtliche Zulassung des Deutschen Institut für Bautechnik vor. Der Einsatz für tragende Wände erfolgt entsprechend den jeweiligen Produktnachweisen und der statischen Planung. 

Welche Vorteile bieten Silvacor-Ziegel? 

Gute Wärmedämmung im Winter 

Die Holzfaserfüllung trägt dazu bei, Wärmeverluste über die Außenwand zu begrenzen. Wie gut ein Baustoff dämmt, lässt sich an seiner Wärmeleitfähigkeit erkennen: Je niedriger der Wert, desto geringer ist die Wärmeleitung. 

Für den Silvacor W07 nennt UNIPOR eine Wärmeleitfähigkeit von 0,070 W/(mK). Dieser Wert gilt für den genannten Typ; andere Silvacor-Ziegel können andere Kennwerte haben. 

Für Bewohner bedeutet das, dass die Wärme im Winter länger in der Wohnung bleibt und weniger geheizt werden muss. 

Integrierte Dämmung ohne zusätzliche Außendämmschicht 

Ein Vorteil von Silvacor-Ziegeln liegt im Wandaufbau: Mauerstein und Dämmstoff werden in einem Produkt kombiniert. Dadurch können Außenwände je nach Planung ohne zusätzliches Wärmedämmverbundsystem auskommen. 

Ob dieser Aufbau für das jeweilige Gebäude geeignet ist, hängt vom gewählten Ziegeltyp, der Wandstärke und dem angestrebten energetischen Standard ab. Die integrierte Dämmung bietet dafür eine konstruktive Möglichkeit. 

Angenehmes Raumklima im Sommer 

Gerade in heißen Sommern zeigt sich, was eine massive Bauweise leisten kann. Ziegel und Holzfaser nehmen Wärme auf und geben sie nur langsam wieder ab, sodass sich die Räume auch an heißen Tagen langsamer aufwärmen. Die Holzfaser ist zudem diffusionsoffen, lässt also Wasserdampf durch und kann Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben. Das hilft, die Luftfeuchtigkeit auszugleichen, die als wichtige Voraussetzung für ein gesundes Raumklima gilt. 

Schallschutz durch den passenden Wandaufbau 

Schwere, massive Wände lassen Schall deutlich schlechter durch als leichte Konstruktionen. Der Silvacor Ziegel verbindet die Masse des gebrannten Tons mit der Holzfaserfüllung und dämpft so Geräusche von außen, etwa durch Straßenverkehr. Wie ruhig eine Wohnung am Ende ist, hängt zwar auch von Fenstern und Wandstärke ab, die Außenwand legt dafür aber eine solide Grundlage. 

Nachgewiesener Brandschutz 

Holzfasern im Ziegel werfen häufig die Frage nach dem Brandschutz auf. Die Holzfaserfüllung liegt im Inneren des Ziegels. Für den Brandschutz ist der nachgewiesene Aufbau der gesamten Wand entscheidend. Das technische Datenblatt zum W07 Silvacor nennt die Feuerwiderstandsklasse F60-AB für bestimmte Ausführungen und Belastungen. Diese Einstufung beschreibt das Verhalten unter festgelegten Prüfbedingungen. Welche Anforderungen die Wand im jeweiligen Gebäude erfüllt, ergibt sich aus den Produktnachweisen und der Brandschutzplanung. 

Dämmfüllung aus einem nachwachsenden Rohstoff 

Die Füllung besteht aus Nadelholzfasern und damit aus einem nachwachsenden Rohstoff. Sie übernimmt eine Funktion, für die bei anderen Wandkonstruktionen andere Dämmstoffe eingesetzt werden. 

Für die Beurteilung der Umweltwirkungen lohnt sich zusätzlich der Blick auf das gesamte Produkt und seinen Lebenszyklus – von der Herstellung bis zum späteren Rückbau. 

Die Vorteile auf einen Blick 

Vorteil 

Was steckt dahinter? 

Gute Wärmedämmung 

Die Holzfaserfüllung trägt dazu bei, Wärmeverluste über die Außenwand zu begrenzen. 

Dämmung direkt im Ziegel 

Eine zusätzliche außenliegende Dämmschicht kann je nach Planung entfallen. 

Beitrag zum sommerlichen Wärmeschutz 

Die Außenwand ist Teil eines Konzepts aus Dämmung, Speichermasse, Verschattung und Lüftung. 

Schallschutz 

Für konkrete Wandaufbauten liegen Schalldämmwerte vor. 

Nachgewiesener Brandschutz 

Die jeweiligen Produkt- und Konstruktionsnachweise bilden die Grundlage der Planung. 

Nachwachsende Dämmfüllung 

Die Hohlkammern enthalten Nadelholzfasern. 

Silvacor und YTONG: Was ist der Unterschied? 

Silvacor-Ziegel und Ytong Porenbeton können beide für tragende Außenwände eingesetzt werden. Sie unterscheiden sich vor allem im Materialaufbau und darin, wie ihre Dämmwirkung entsteht. 

Merkmal 

Silvacor-Ziegel 

YTONG Porenbeton 

Baustoff 

Gebrannter Ton mit einer Füllung aus Nadelholzfasern 

Mineralischer Porenbeton 

Aufbau 

Ziegel mit Hohlkammern, die mit Holzfasern gefüllt sind 

Stein mit vielen feinen, im Material verteilten Luftporen 

Wärmedämmung 

Zusammenspiel von Ziegelstruktur und integrierter Holzfaserfüllung 

Dämmwirkung durch die poröse Materialstruktur 

Wie gut die fertige Wand dämmt und welche Anforderungen sie an Tragfähigkeit und Schallschutz erfüllt, hängt vom jeweiligen Produkt und Wandaufbau ab. 

Von YTONG zu Silvacor: Warum Layer die Bauweise weiterentwickelt 

Viele Jahre haben wir bei Layer mit YTONG Porenbeton gebaut. Und das aus gutem Grund: Porenbeton lässt sich gut verarbeiten, dämmt zuverlässig und ist ein solider Baustoff. An seiner Qualität hat sich nichts geändert, wohl aber an den Anforderungen, die wir heute an unsere Neubauten stellen. 

Unsere Neubauprojekte entstehen inzwischen nach dem Standard KfW 40 QNG. Dabei kommt es nicht mehr nur darauf an, wie wenig Energie ein Gebäude im Betrieb verbraucht. Auch die Baustoffe selbst rücken in den Fokus, denn für das Qualitätssiegel wird berechnet, wie viel CO₂ bei ihrer Herstellung, während der Nutzung und beim späteren Rückbau entsteht. 

Genau hier bringt der Silvacor Ziegel gute Voraussetzungen mit: Seine Dämmung besteht aus Holzfasern und damit aus einem nachwachsenden Rohstoff, während die Ziegelhülle aus Ton und Wasser hergestellt wird. Zusammen mit seiner guten Wärmedämmung passt er so zu beiden Seiten des Standards, dem niedrigen Energieverbrauch ebenso wie dem Blick auf die Baustoffe. Natürlich erreicht ein Gebäude KfW 40 QNG nie durch einen einzelnen Baustoff allein, sondern erst im Zusammenspiel von Hausdach, Wänden, Fenstern und Haustechnik. Die Außenwand spielt dabei aber eine wichtige Rolle, und mit dem Silvacor Ziegel haben wir einen Baustoff gefunden, der gut zu unserem Anspruch passt. 

Wie nachhaltig sind Silvacor Ziegel? 

Die Holzfaserfüllung ist ein konkreter Ansatzpunkt für die Nachhaltigkeitsbetrachtung: Sie besteht aus einem nachwachsenden Rohstoff. Während des Wachstums nimmt Holz CO₂ auf; der darin enthaltene Kohlenstoff bleibt während der stofflichen Nutzung zunächst gebunden. 

Zur Umweltbilanz des Ziegels gehört jedoch mehr als seine Füllung. Auch die Rohstoffgewinnung, das energieaufwendige Brennen der Ziegel, Transporte und der spätere Rückbau müssen berücksichtigt werden. 

Wer die Umweltwirkungen verschiedener Wandbaustoffe vergleichen möchte, benötigt deshalb vergleichbare Daten. Umweltproduktdeklarationen können dafür eine Grundlage liefern. Dabei müssen die betrachteten Lebenszyklusphasen und die Anforderungen an die fertige Wand zusammenpassen. 

Auch beim Thema Wiederverwertung lohnt sich ein genauer Blick: Entscheidend ist, wie die Materialien beim Rückbau getrennt werden können und welche Verwertungswege tatsächlich zur Verfügung stehen. 

Für die Auswahl eines Baustoffs zählt damit seine Rolle im gesamten Gebäude. Die Holzfaserfüllung ist eine konkrete Materialeigenschaft; eine umfassende Nachhaltigkeitsbewertung betrachtet zusätzlich Herstellung, Nutzung und Lebensende. 

Welche Rolle spielt Silvacor beim Effizienzhaus 40 mit QNG? 

Hinter der Abkürzung KfW 40 QNG stecken zwei Anforderungen, die ein Neubau gleichzeitig erfüllen muss: ein besonders niedriger Energieverbrauch und klar definierte Nachhaltigkeitskriterien. Die Zahl 40 steht für das Effizienzhaus 40 und bedeutet, dass der berechnete Jahresprimärenergiebedarf des höchstens 40 Prozent des entsprechenden Referenzgebäudes beträgt. Möglich wird das durch eine gut gedämmte Gebäudehülle in Kombination mit einer Heizung, die ohne fossile Brennstoffe auskommt, zum Beispiel einer Wärmepumpe. 

QNG steht für das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude – ein staatliches Siegel des Bundesbauministeriums. Es schaut über den Energieverbrauch hinaus und bewertet unter anderem die Treibhausgasemissionen eines Gebäudes über seinen Lebenszyklus, die Herkunft der Baustoffe und die Einhaltung von Anforderungen an die Schadstoffvermeidung. Eine Grundlage dafür ist eine Ökobilanz, die von der Herstellung der Baustoffe bis zum späteren Rückbau reicht. Die Einhaltung der QNG-Anforderungen wird von einer unabhängigen Zertifizierungsstelle geprüft. 

Für Käufer ist der Standard auch finanziell interessant. Über das KfW-Programm „Klimafreundlicher Neubau“ lassen sich Bau und Erstkauf solcher Gebäude mit einem zinsgünstigen Kredit finanzieren, egal ob für das eigene Zuhause oder als vermietete Kapitalanlage. Mit QNG-Siegel fällt der mögliche Kreditbetrag dabei deutlich höher aus. Familien mit Kindern können alternativ das Programm „Wohneigentum für Familien“ nutzen, das bei passendem Einkommen noch höhere Kredite ermöglicht. Beantragt wird die Förderung jeweils über die finanzierende Bank, bevor das Vorhaben startet. 

Mehr dazu erfahren Sie in unserem Beitrag zu KfW 40 und QNG. 

Was bedeutet das für Bewohner und Kapitalanleger? 

Für Bewohner 

Wer in eine Wohnung aus Silvacor Ziegeln einzieht, merkt vom Baustoff selbst wenig, von seinen Eigenschaften dafür umso mehr. Die Räume bleiben im Winter warm, heizen sich im Sommer langsamer auf und sind gut vor Lärm von außen geschützt. Zusammen mit der gedämmten Gebäudehülle und der Wärmepumpe eines Effizienzhauses 40 bleiben auch die Heizkosten überschaubar, und da keine fossilen Brennstoffe verfeuert werden, spielt der steigende CO₂-Preis für Öl und Gas keine Rolle. 

Für Kapitalanleger 

Für Kapitalanleger bietet der Standard KfW 40 QNG gleich mehrere Vorteile. Wer nach der besten Kapitalanlage zur Altersvorsorge sucht, achtet schließlich nicht nur auf mögliche Mieteinnahmen, sondern auch auf die Steuervorteile bei Immobilien. Neben dem zinsgünstigen KfW-Kredit ermöglicht er die Sonderabschreibung nach § 7b EStG, mit der sich in den ersten vier Jahren zusätzlich zur regulären Abschreibung jeweils bis zu fünf Prozent steuerlich geltend machen lassen. Voraussetzungen sind unter anderem eine Baukostenobergrenze und die Vermietung der Wohnung über mindestens zehn Jahre. Kombiniert mit der degressiven Abschreibung für Neubauten von 5 % kann die steuerliche Entlastung in den ersten Jahren noch höher ausfallen. 

Da die Wohnungen ohne Öl oder Gas beheizt werden, fallen außerdem keine CO₂-Kosten an, die Vermieter bei fossilen Heizungen seit 2023 anteilig mittragen müssen. Hinzu kommt, dass niedrige Nebenkosten und ein angenehmes Wohnklima eine Wohnung für Mieter attraktiv machen, was die Vermietung langfristig erleichtern kann. Und mit Blick auf die EU-Gebäuderichtlinie, nach der der Energieverbrauch des Gebäudebestands schrittweise sinken soll, übertrifft ein Neubau nach KfW 40 QNG den gesetzlichen Mindeststandard bereits heute deutlich. 

Layer-Tipp: Ob und in welcher Höhe Sie die KfW-Förderung oder die Sonderabschreibung nutzen können, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab. Sprechen Sie deshalb frühzeitig mit Ihrer Bank und Ihrem Steuerberater, am besten bevor Sie den Kaufvertrag unterschreiben. Bei Fragen zu unseren aktuellen Projekten nach KfW 40 QNG sind wir gerne persönlich für Sie da. 

Fazit: Integrierte Dämmung als Stärke von Silvacor-Ziegeln 

Der Wechsel von Ytong zu Silvacor Ziegeln ist für uns ein konsequenter Schritt. Mit seiner Füllung aus Nadelholzfasern verbindet der Ziegel die Stabilität eines massiven Mauersteins mit einer guten Wärmedämmung und damit ein Bestandteil des energetischen Konzepts unserer Neubauprojekte. Bewohner profitieren von einer warmen Wohnung im Winter, einem angenehmen Raumklima im Sommer und spürbarer Ruhe in den eigenen vier Wänden. Für Kapitalanleger kommen die Förder- und Abschreibungsmöglichkeiten sowie überschaubare Nebenkosten hinzu, die eine Wohnung auch für Mieter attraktiv machen. So zeigt sich, dass auch ein Baustoff, den später niemand mehr sieht, viel dazu beiträgt, wie gut es sich in einem Gebäude lebt, und ebenso, wie sinnvoll es sich als Investition erweist. 

Marie-Thérèse Layer
14 Okt 2026 • 10 Minuten Lesezeit

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